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TU Berlin

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BVG-VORSTUDIE: Making the Connections

 

Laufzeit:  01.01.2016 bis 30.04.2016

 

Projektleitung:

Wissenschaftliche Durchführung:

      Studentischer Mitarbeiter:

      • Sabrina Harzer

       

       

      Lupe

      Problemfeldbetrachtung und Lösungsperspektiven für Haltestellensituationen blinder und sehbehinderter Fahrgäste

      Den normativen Rahmen bei der Gestaltung vollständiger Barrierefreiheit für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) bilden die volle Verwirklichung aller Menschenrechte und die davon abgeleiteten Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderungen ohne jede Diskriminierung.

      Diese Aufgabenstellung wird unter anderem rechtlich begründet im Personenbeförderungsgesetz (§ 8 Absatz 3 PbefG), welches das Ziel formuliert, im ÖPNV bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen.

      Die Beteiligung von Nutzer_innen an der Planung und Umsetzung von möglichen Unterstützungssystemen ist Bedingung für die erfolgreiche Etablierung von Strukturen oder Systemen, die dazu beitragen sollen, dem Ziel der vollständigen Barrierefreiheit näher zu kommen.

      Für die durchgeführte Pilotstudie folgte daraus, Methoden des qualitativen Forschungsstils zu verwenden, denn nur diese ermöglichten es, die subjektiven Wahrnehmungen blinder und sehbehinderter Menschen von sensorischen Unterstützungssystemen zu erfassen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden deshalb qualitative Interviews mit Experten und drei Fokusgruppendiskussionen mit blinden Nutzer_innen des ÖPNV durchgeführt.

      Ein Hauptziel der Vorstudie war es, zum einen die verschiedenen Ansprüche und Bedürfnisse der unterschiedlichen mit dem Thema beschäftigten Akteure zu erfassen. Des Weiteren wurden generalisierbare Auswahl- und Evaluationskriterien an eine mögliche (technische) Lösung aus Sicht der Blinden entwickelt. So wurde, in einem ersten Schritt ein Überblick über die Bedarfe bzw. Bedürfnisse, sowie die demografische und gesellschaftliche Heterogenität der Zielgruppe gewonnen. Es wurde ein triangulatives qualitatives Forschungsdesign gewählt, wobei die gewählten Methoden aufeinander aufbauen indem sie sich sowohl im Auswertungsprozess in den einzelnen Interpretationsschritten aufeinander beziehen. Im Vordergrund stand das fundierte Verstehen eines Bedarfs, das sich aus dem normalen Mobilitätsalltag blinder Menschen erklärt und aus denen sich Anforderungen und Kriterien an mögliche barrierefreie Lösungen bzw. Hilfsmittel ergeben. Hierbei spielen subjektive Wahrnehmungen, normative Vorstellungen, Mobilitätsroutinen und Mobilitätserfahrungen eine wesentliche Rolle, da sie Präferenzen wesentlich beeinflussen. Der Forschungsprozess setzte an der Alltagspraxis und dem Alltagswissen der Zielgruppe an. Um den Mobilitätsalltag und die sich daraus ergebenen Anforderungen verstehen zu können, wurden methodisch kontrollierte Bedingungen geschaffen, die es den Befragten ermöglichten, ihr Relevanzsystem formal, inhaltlich eigenständig und ausführlich zu formulieren. Für den qualitativen Methodenansatz war es notwendig, den subjektiven Wahrnehmungen, alltäglichen Handlungsweisen und ihren Bedeutungen für die an der Vorstudie teilnehmenden Proband_innen, einen ausreichenden Spielraum zu geben. Dazu wurde die Form qualitativer Interviews und einer Fokusgruppendiskussion gewählt.

      Durch den Einsatz von komplementären qualitativen Methoden wurden zum einem Verzerrungen oder Einseitigkeiten in der Konzeption der Erhebungen und deren Interpretationen minimiert. Zum anderen wurde mit der Kombination eine breitere und tiefere Erfassung des Untersuchungsgegenstands angestrebt.

      Nach einer eingehenden Literaturrecherche und einer Reihe von Expert_innen-Interviews wurden in einem letzten Schritt den blinden Teilnehmer_innen einer Fokusgruppen als Repräsentant_innen des Alltags (Laienexpert_innen) vier ausgewählte Lösungsansätze in Form von Hörspielen vorgestellt und anschließend mit ihnen diskutiert und bewertet. Ein weiteres Element der Diskussion war es, neue Lösungsmöglichkeiten gemeinsam zu entwickeln bzw. über die Kombination unterschiedlicher Ansätze nachzudenken.

      Generalisierbare Bewertungskriterien für mögliche Lösungen und die Szenarien mit den positivsten Präferenzen wurden anschließend nach der Durchführung der Fokusgruppen kommunikativ validiert und darüber hinaus aufgrund von schriftlichen Protokollen der Sitzungen abgeleitet.

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      Kontakt

      Prof. Dr. Oliver Schwedes
      030-314-78767
      Gebäude SG 4.1
      Raum SG 4-406