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TU Berlin

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Todesanzeige: Der Gründer unseres Fachgebiets Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kutter ist gestorben.

Montag, 06. Juli 2020

Lupe

Wir trauern um Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kutter, der am 12. Juni 2020 im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Mit ihm haben wir einen herausragenden Wissenschaftler und Hochschullehrer, einen engagierten Streiter für die Integrierte Verkehrsplanung sowie einen Wegbereiter für eine am Menschen orientierte Verkehrswissenschaft verloren. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, insbesondere seiner Familie und engen Freunden.

Eckhard Kutter wurde 1939 in Braunschweig geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er an der TU Braunschweig Bauingenieurwesen. Da Eckhard Kutter auch frühzeitig eine Familie mit drei Kindern zu versorgen hatte, arbeitete er nebenher für eine Ziegelei und stellte Bauanträge für die Abnehmer der Steine. Dies trug zum handfesten Teil seiner Ausbildung bei. Die praktische Veranlagung hat sich Eckhard Kutter bewahrt, aber trotzdem hat er nach dem Studium nicht das Angebot angenommen, sich am Bau des Elbe-Seitenkanals zu beteiligen. Damit wäre er uns für die Verkehrswissenschaft verloren gegangen. Eckhard Kutter entschied sich stattdessen für eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der TU Braunschweig.

1972 promovierte Eckhard Kutter über das Thema „Demographische Determinanten städtischen Personenverkehrs“. 1974 erfolgte seine Berufung als Professor an das Fachgebiet Planung von Verkehrssystemen an der Technischen Universität Berlin, das er kurz darauf umbenannte in Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung. Von 1990 bis 1997 leitete er die Abteilung Verkehr am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. 1998 wechselte Prof. Kutter schließlich an den neu gegründeten Arbeitsbereich Verkehrssysteme und Logistik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 2004 lehrte.

In vier Jahrzehnten Forschung zum Thema Verkehr und Raumstruktur hat Eckhard Kutter in mehrfacher Weise für neue Einsichten geworben. Mit seinem umfassenden Problemverständnis, einer fundierten Empirie sowie dem Einsatz für interdisziplinäres Arbeiten hat er frühzeitig neue Wege in der Forschung beschritten. Auch in der Planung wirkte Eckhard Kutter nachhaltig für das Thema der integrierten Raum- und Verkehrsplanung, im städtischen wie auch gerade im regionalen Maßstab. Was Integrierte Verkehrsplanung leisten kann, hat er in der Nachwendezeit am Beispiel der Region Berlin-Brandenburg gezeigt, wo sich trotz seiner wissenschaftlich gut begründeten eindringlichen Warnungen eine Verkehrsentwicklung vollzogen hat, die keiner wollte.

Eckhard Kutter war über die gesamte Zeit seines Schaffens für neue Anregungen aufgeschlossen, suchte den Diskurs und auch gerne die Konfrontation. Das zeigte sich schlaglichtartig 1994 im Rahmen der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Schutz der Erdatmosphäre, in der Kutter maßgeblich mitgewirkt hat. Dort kommen die politischen Konflikte innerhalb der Kommission in dem Spannungsverhältnis zwischen dem Mehrheitsvotum und dem von Kutter vertretenen Minderheitenvotum zum Ausdruck. Zu den Klimawirkungen des Verkehrs skizzierte er darin ein Maßnahmenpaket, das auch ein Vierteljahrhundert später kaum an Aktualität verloren hat. Ein Vergleich mit „Fridays for Future“ zeigt, wie sehr Kutter seiner Zeit voraus war. 

Die „Gestaltung von Raum und Verkehr“ – gerade auch in dieser Reihenfolge – war Eckhard Kutters Leitmotiv. Das war ein wesentlicher Grund dafür, dass er ein großes Gewicht auf die Sicherung der Daseinsvorsorge legte, verbunden mit einem attraktiven öffentlichen Verkehr und einem Netz aus die Versorgung sichernden zentralen Orten. Nur auf diese Weise sah er die Möglichkeit, dem Weitenwachstum im Verkehr Einhalt zu gebieten und Mobilitätschancen für alle zu erhalten. Eng verknüpft ist diese Problemsicht mit der Sorge um die Krisensicherheit eines Verkehrssystems, dessen Ressourcen – sei es das Erdöl, seien es die Mittel zur Finanzierung von Infrastruktur und Betrieb – begrenzt sind.

Die Grundvoraussetzung für eine umfassende Verkehrswissenschaft, bei der es nicht nur um eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur geht, ist das Verständnis des Mobilitätsverhaltens. Hier hat Eckhard Kutters wissenschaftliche Tätigkeit eingesetzt. Anfang der 70er Jahre erforschte er die personenbezogenen Determinanten des städtischen Personenverkehrs und bildete erstmalig soziodemographisch differenzierte Personengruppen, die ein unterschiedliches Verkehrsverhalten an den Tag legten. Diese Arbeit gehört auch fast 50 Jahre später noch immer zu einer besonders häufig zitierten Dissertation in der Verkehrswissenschaft. Die Dissertation war gleichzeitig die Grundlage für die Entwicklung des sogenannten Berliner Personenverkehrsmodells. Wenngleich dieses Verkehrsmodell nicht kommerziell vermarktet wurde und auch in der internationalen Diskussion nicht die ihm eigentlich zustehende Aufmerksamkeit erhalten hat, so hat es doch in Berlin und Dresden im Laufe der Jahre immer wieder Darstellungen ermöglicht, die weit über die Ergebnisse herkömmlicher projektorientierter Verkehrsmodellierung herausgehen.

Eckhard Kutter hat sich selbst immer als Ingenieur und keinesfalls als Sozialwissenschaftler verstanden. Gleichwohl hat er den fachlichen Austausch mit den Sozialwissenschaften gesucht und gefördert. Das wurde Mitte der 1990er Jahre besonders deutlich, als er sich maßgeblich an der ersten Initiative zur Beteiligung der Sozialwissenschaften innerhalb der verkehrswissenschaftlichen Forschung beteiligte. Verbunden war damit die Hoffnung auf ein besseres Verständnis des Mobilitätsverhaltens. Doch Kutter ging es nie allein um das Verstehen, sondern vor allem um die Gestaltung von Veränderungsprozessen und damit auch um Verhaltensänderungen, sei es bei der Verkehrsmittelnutzung oder bei der Standortwahl von Haushalten. In dem von den Sozialwissenschaften formulierten, immer weitergehenden Analysebedarf hat Kutter daher zuletzt zunehmend die Gefahr der Legitimierung des politischen Nichtstuns gesehen. Wie sich gezeigt hat, war auch diese Befürchtung nicht unbegründet.

Mit Eckhard Kutters integrierter Betrachtung von Verkehr und Raumstrukturen verbunden war seine Kritik an inselhaft eingesetzten Maßnahmen, seien sie technischer, preislicher oder auch rein organisatorischer Art. Kutter ging es um eine Nachfragebeeinflussung, die „vor dem Verkehr“ einsetzt und damit das Handlungsspektrum von der Verkehrsmittelwahl auf langfristig wirksame Entscheidungen ausdehnt. Mit seinem Hinweis darauf, dass Maßnahmen der preislichen Lenkung und des Mobilitätsmanagements nur dann umsetzbar und wirksam sind, wenn sie in geordneten Raumstrukturen eingesetzt werden, hat er ein weiteres Mal die Bedeutung von Grenzgängern demonstriert, die in der Lage sind, über disziplinäre Gräben hinweg zu denken und dadurch zu neuen Einsichten zu gelangen. Kutter folgerte: „Raumstruktur ist nicht alles, aber ohne Raumstruktur ist alles nichts“.

Die konkrete Beratungstätigkeit Eckhard Kutters in der Planungspraxis konzentrierte sich auf Berlin, Dresden und Hamburg. In diesen drei Städten war er jeweils über zahlreiche Jahre durch eigene Projekte tätig und hat durch die Mitarbeit in wissenschaftlichen Beiräten Verwaltung und Politik in der Verkehrsplanung beraten. In allen Fällen hat Professor Kutter die Notwendigkeit einer regionalen Perspektive betont, da eine auf das Stadtgebiet beschränkte Betrachtung nicht ausreicht, um die relevante Siedlungs- und Verkehrsentwicklung adäquat abzubilden und zu steuern. Die aktuelle Wachstumsdynamik und das Jubiläum 100 Jahre Groß-Berlin sind Anlass, die Studien von Eckhard Kutter wiederzuentdecken.

In der Verkehrswissenschaft der 70er und 80er Jahre spielte der Wirtschaftsverkehr fast keine Rolle. Der Fokus lag überwiegend beim Berufsverkehr und den entsprechenden Möglichkeiten zur Veränderung der Verkehrsmittelwahl. Auch die Tätigkeit von Eckhard Kutter konzentrierte sich zunächst fast ausschließlich auf den Personenverkehr. Dies änderte sich jedoch mit der Berufung an die TU Hamburg-Harburg. Der neu gegründete Arbeitsbereich Verkehrssysteme und Logistik war die erste Organisationseinheit an einer deutschen Universität, die die beiden Fachrichtungen Verkehrsplanung und Logistik in einem Bereich zusammenführte.

„Herr Kutter, wollen Sie etwa die Welt verbessern?“ Diese ernst gemeinte Frage eines Professorenkollegen am Rande einer Tagung sagt viel über das Engagement Eckhard Kutters aus, aber auch über die zum Teil kritische Einschätzung innerhalb der eigenen Zunft. Seine Antwort lautete damals: „Das ist doch unsere Aufgabe!“

Bis zuletzt schrieb Eckhard Kutter Fachartikel für Verkehr und Technik, wobei sein 2019 veröffentlichtes Buch zu Stadtstruktur und Erreichbarkeit in der postfossilen Zukunft für ihn schon eine Ablenkung von seiner schweren Krankheit darstellte. Die Verkehrswissenschaft verliert mit dem Gründer der Integrierten Verkehrsplanung, Eckhard Kutter, einen exzellenten und leidenschaftlichen Wissenschaftler sowie einen großartigen und liebenswerten Menschen. Wir vermissen ihn und seinen analytischen Verstand sehr, und nicht nur deswegen wird er unvergesslich als Vorbild, humorvoller und zuvorkommender Mensch sowie liebenswerter Begleiter unseres persönlichen und fachlichen Weges in unseren Herzen und unseren Gedanken bleiben.

Wir suchen zwei neue wiss. Mitarbeiter*innen im Projekt NahMob (100% / 50%)

Donnerstag, 09. Juli 2020

Lupe

An unserem Fachgebiet haben wir zwei neue Stellen als Wiss. Mitarbeiter*innen (d/m/w) – für 100% als auch 50 % Arbeitszeit in der Entgeltgruppe 13 TV-L Berliner Hochschulen – zu besetzen. Im Rahmen des Forschungsvorhabens, gefördert durch den Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) des BMVI, soll ein Nahmobilitätskonzept für ein hochverdichtetes städtisches Quartier (Wrangelkiez) in Berlin Kreuzberg partizipativ entwickelt und umgesetzt werden.

Weitere Informationen finden unter unseren Stellenausschreibungen.

 

 

Prof. Schwedes bei Online-Fachgespräch zu "ÖPNV – gut für alle!"

Freitag, 19. Juni 2020

Lupe

Unser Fachgebietsleiter Prof. Schwedes nimmt am Freitag, den 03. Juli an einem Online-Fachgespräch zum Thema „ÖPNV – gut für alle! Gemeinsam für bessere Arbeit und mehr Geld“ teil. Das Fachgespräch findet von 15.30 bis 17.30 Uhr  statt und wird der Bundestagsfraktion DIE LINKE. organisiert. Weitere Sprecher*innen kommen von ver.di, dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Students for Future. Weitere Informationen zum Gespräch, sowie zur Anmeldung finden Sie in hier.

Kalte Enteignung der deutschen Automobilindustrie – Videobeitrag Prof. Schwedes

Dienstag, 05. Mai 2020

Prof. Schwedes hält im Vorfeld des Autogipfels am 5. Mai 2020 einen kurzen aber eindringlichen Videobeitrag für den ADFC und fordert eine Kalte Enteignung der Automobilindustrie um eine nachhaltige Verkehrsentwicklung erreichen zu können.

 

 

Discussion Paper 15 zum Thema "Was ist Integrierte Verkehrsplanung?" erschienen

Donnerstag, 14. Mai 2020

Lupe

Heute ist das neue Discussion Paper (15) zum Thema "Was ist Integrierte Verkehrsplanung?" von Oliver Schwedes und Alexander Rammert erschienen. 

Was ist eigentlich integrierte Verkehrsplanung? Dieser Frage und den daraus resultierenden Ansprüchen an die Planung von Mobilität und Verkehr geht dieses Discussion Paper nach. Hierzu wird zunächst auf die nunmehr 50-jährige Geschichte des integrierten Planungsgedankens eingegangen und relevante Entwicklungsphasen vorgestellt. Bis heute befindet sich der Anspruch einer am Menschen orientierten Verkehrsplanung im Konflikt mit den klassischen Vorstellungen der Verkehrswegeplanung, die weiterhin den status quo in den Verkehrsverwaltungen darstellt. Hierfür möchten wir neue Perspektiven aufzeigen, wie eine modernisierte Integrierte Verkehrsplanung auch endlich in der Praxis ein überholtes Planungsverständnis ablösen kann. Grundlage dafür stellen vier Integrationsebenen dar, welche die Ansprüche für eine am Menschen orientierte Planung skizzieren. Erst wenn die Verkehrsplanung normativ, politisch, fachlich und räumlich integriert wurde, kann sie ihr volles Potential hinsichtlich einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung ausschöpfen. Das wir eine grundlegende Neuausrichtung der Verkehrsplanung benötigen ist dabei aus aktueller Sicht unumstritten, da die bisherigen Ansätze es nicht schafften, die katastrophalen Effekte des Verkehrs auf Mensch, Umwelt und Klima maßgeblich zu reduzieren. Die Integrierte Verkehrsplanung stellt hierfür weiterhin einen vielversprechen Lösungsansatz dar, kooperativ und evidenzbasiert Mobilität und Verkehr zu gestalten.

Das Discussion Paper kann hier heruntergeladen werden. Weitere Discussion Paper aus der Reihe sind hier verfügbar.

IVP auf der 5. Dortmunder Konferenz Raum- und Planungsforschung

Dienstag, 10. März 2020

Am 17. und 18. Februar 2020 waren einige Vertreter*innen unsere Fachgebiets auf der 5. Dortmunder Konferenz zu Raum- und Planungsforschung:

Prof. Schwedes hielt einen Vortrag mit dem Titel '"Zur Governance von MaaS: Mobilität erfolgreich steuern". In diesem zeigte er auf, dass das bisher technikgetriebene und durch ein ökonomisch verengtes Planungsverständnis geprägte Mobility-as-a-Service (MaaS) im Sinne einer integrierten Verkehrspolitik und -planung weiterentwickelt und im Rahmen einer auf wissenschaftlichen Gütekriterien fußenden Mobilitätsmanagements eingebunden sein muss, wenn das politisch angestrebte Ziel einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung erreicht werden soll.

Carolin Kruse vom Projekt MobilBericht hielt einen Vortrag mit dem Titel „Mobilitätsberichterstattung – Verkehrsplanung am Puls der Zeit“ handelte von dem BMBF-geförderten Projekt MobilBericht in dem das Instrument der Mobilitätsberichterstattung im Bezirk Berlin-Pankow etabliert werden soll. Ziel ist die nachhaltige Mobilität gestaltbar zu machen unter Einbeziehung der individuellen Mobilitätsbedarfe der Menschen vor Ort.

Mit der Fragestellung „Neue Mobilitätsangebote: Gewährleisten sie gesellschaftliche Teilhabe für Einkommensarme?“ stellten Stephan Daubitz von der IVP und Christoph Aberle von der TU Hamburg Harburg ihre Ergebnisse, die im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „MobileInclusion“ entstanden sind, vor. Mit der Vorstellung von GIS-basierten Untersuchung vierer Ridepooling-Angebote in Hamburg und den Berichten einkommensarmer Personen über ihre erfolgreiche bzw. gescheiterte Nutzung, wurde die Frage diskutiert, inwieweit neue Mobilitätsangebote ein Potenzial für die soziale Teilhabe darstellen.

Discussion Paper 14 zum Thema Mobilitätskulturen erschienen

Donnerstag, 05. März 2020

Lupe

Heute ist das neue Discussion Paper (14) zum Thema Mobilitätskulturen von unserem Mitarbeitenden Maximilian Hoor erschienen. 

Im politischen, medialen, planerischen und wissenschaftlichen Diskurs wird der Begriff „Mobilitätskultur“ häufig benutzt, insbesondere wenn es um den Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen Mobilität geht. Aber so häufig wie der Begriff mittlerweile genutzt wird, so definitorisch unklar und arbiträr ist seine Bedeutung. Das vorliegende Discussion Paper baut auf bestehende wissenschaftliche Auseinandersetzungen zu kulturellen Aspekten von Mobiltiät und Verkehr auf und entwickelt durch eine gezielte Auseinandersetzung mit kultur- und sozialtheoretischen Arbeiten eine eigene theoretische, methodologische und methodische Perspektive zu Mobilitätskulturen.

Das Discussion Paper kann hier heruntergeladen werden. Weitere Discussion Paper aus der Reihe sind hier verfügbar.

Broschüre zum FES-Projekt "Hürden auf dem Weg zur Zukunftstadt" erschienen.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Lupe

Kurz vor Weihnachten ist unsere Studie über die Hürden auf dem Weg zur Zukunftsstadt erschienen, die wir im Auftrag der Friedrich Ebert Stiftung (FES) im Austausch mit unterschiedlichen Fachexpert*innen durchgeführt haben. Im Rahmen des Projekts wurden in einem diskursiven Prozess politische, rechtliche und ökonomische Chancen und Hemmnisse identifiziert und gemeinsame Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik erarbeitet. Der komplette Projektbericht kann hier als Broschüre heruntgeladen werden.

Gastbeitrag in Spektrum Wissenschaft zum Öffentlichen Verkehr von Prof. Schwedes

Freitag, 06. Dezember 2019

Prof. Schwedes hat einen Gastbeitrag für Spektrum Wissenschaft mit dem Titel "Der öffentliche Verkehr muss aus seinem Hamsterrad" geschrieben. In diesem Artikel nimmt Prof. Schwedes eine Stellungnahme zu der aktuellen Debatten in der deutschen Verkehrspolitik und argumentiert, dass der öffentliche Verkehr nur eine Chance hat, wenn die Politik sich endlich gegen das Auto entscheidet und den öffentlichen Verkehr konsequent fördert.

 

 

Buch Verkehrspolitik jetzt auch auf japanisch

Dienstag, 03. Dezember 2019

Lupe

Seit dieser Woche gibt es eine japanische Übersetzung zur ersten Auflage des Buches "Verkehrspolitik" von Prof. Oliver Schwedes. Für alle japanischsprachigen Interessierten gibt es ein Exemplar in unserer Fachgebietsbibliothek.

 

 

 

Broschüre zum Forschungsprojekt 2-1-0 erschienen

Donnerstag, 14. November 2019

Lupe

Die vorliegende Broschüre fasst zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts 2Rad-1Kauf-0Emission zusammen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Den Ausgangspunkt bildeten Diskussionen über einen möglichen fahrrad- und fußgängerfreundlichen Umbau der Berliner Schönhauser Allee.

Das Ziel war es, den lokalen Einzelhandel schon im Vorfeld zu sensibilisieren, mögliche Umgestaltungen als Chance zu verstehen und solche Veränderungen selbst aktiv mitzugestalten. Die Aufgabe bestand darin, in enger Zusammenarbeit mit den Einzelhändler*innen Angebote für die Kund*innen zu entwickeln, die das Einkaufen mit dem Fahrrad unterstützen und sich als radverkehrsfreundlichen Standort aufzustellen. Dabei hat sich schnell gezeigt, dass solche Aktivitäten eine gemeinsame Identifikation mit der Einkaufsstraße voraussetzen. In der vorliegenden Broschüre wird der gemeinsame Arbeitsprozess mit den Einzelhändler*innen dokumentiert und für andere Einkaufsstraßen nachvollziehbar dargestellt.

Discussion Paper 13 erschienen

Donnerstag, 07. November 2019

Nach einer längeren Pause ist das neue Discussion Paper (13) erschienen. 

Die Bedeutung des Radverkehrs in Städten nimmt stetig zu und dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach auch auf absehbare Zeit fortsetzen. Dabei stellt sich aus Sicht der Planenden in Deutschland die Frage, ob das System hierzulande für die Verkehrswende geeignet ist. Können wir mit den uns zur Verfügung stehenden Regelwerken und Entscheidungsstrukturen den (Rad-)Verkehr der Zukunft aktiv gestalten? Oder sind unsere Arbeitsgrundlagen vielmehr ein Hindernis auf dem Weg zur Stadt-Mobilität des 21. Jahrhunderts?

Das Discussion Paper kann hier heruntergeladen werden. Weitere Discussion Paper aus der Reihe sind hier verfügbar.

Beitrag in „Das Auto“ der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“

Dienstag, 22. Oktober 2019

Diese Woche ist die Ausgabe „Das Auto“ der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ der Bundeszentrale für Politische Bildung erschienen. Prof. Schwedes hat darin einen Artikel zu „Instrumente und Anwendungsfelder der Verkehrspolitik“ veröffentlicht, in dem er die zentrale verkehrspolitische Frage behandelt, wie die ökologischen Ziele mit den ökonomischen und sozialen Anforderungen verbunden werden können und welche Instrumente zur Umsetzung zur Verfügung stehen.

Des Weiteren gibt es Beiträge zum Auto als Kulturobjekt, zur Kulturgeschichte des Automobils und des Automobildesigns, als auch zur Elektromobiliät und einer zukünftigen gesellschaftlichen Verkehrswende. Die Ausgabe kann online gelesen, oder hier als PDF heruntergeladen werden.

IVP auf dem Deutschen Kongress 2019 für Geographie in Kiel

Montag, 30. September 2019

Das Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung war durch zwei Wissenschaftliche Mitarbeitende auf dem Deutschen Kongress für Geographie 2019 in Kiel vertreten. Im Folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung der beiden Vorträge.

Alexander Rammer zu "Mobilitätsgestaltung – Neue Perspektiven auf die Planung von Stadt, Raum und Verkehr"

Mit der Mobilität hat eine neue Planungsdimension Einzug in die Verkehrs- und Planungswissenschaft erhalten. Trotzdem existiert bis heute keine einheitliche Definition von Mobilität und mobilitätsorientierte Maßnahmen sind entsprechend selten zielorientiert und evidenzbasiert. Der Vortrag definiert erstens einen planungsorientierten Begriff für Mobilität und zweitens die Ansprüche, welche für eine vollwertige Mobilitätsgestaltung zu beachten sind.

Sven Hausigke zu "Die Kombination partizipativer, qualitativer Methoden zur Erfassung individueller Mobilitätsbedarfe in der Verkehrsplanung"

Das Team MobilBericht hat auf dem Kongress die im Projekt angewandten qualitativen Methoden Fokusgruppendiskussion, Community Mapping und teilnehmenden Beobachtung vorgestellt. Im neuen Verkehrsplanungsinstrument Mobilitätsberichterstattung für den Bezirk Pankow nehmen die qualitativen Methoden eine wichtige Rolle zur Erfassung der individuellen Mobilitätsbedarfe der Bürger*innen vor Ort ein. In über 100 Interviews mit allen Personengruppen – worunter zur sozialen Gerechtigkeit Menschen mit besonderen Mobilitätsbedarfen wie Schulkinder, Menschen mit Gehbehinderungen oder Senior*innen gehören – konnten spezifische Bedarfe ermittelt werden, die nun im nächsten Schritt in SWOT-Analysen einfließen, welche die Grundlage zur Strategien- und Maßnahmenentwicklung durch die lokale Politik und Verwaltung bilden.

IVP auf der Universitätstagung: Maximilian Hoor hält Vortrag zu "Urbane Fahrradkulturen"

Donnerstag, 26. September 2019

Maximilian Hoor hat bei der diesjährigen Universitätstagung der deutschsprachigen Verkehrsplanungsinstitute in Lenggries sein Promotionsthema "Urbane Fahrradkulturen – Zwischen Gesellschaftskritik, sozialer Distinktion und wirtschaftlicher Produktivkraft. Eine kulturelle Untersuchung zum Radfahren in Berlin" vorgestellt. In seinem Vortrag plädiert Maximilian Hoor für eine kulturtheoretisch informierte und methodisch qualitativen Herangehensweise bei der Erforschung städtischer Transformationsprozesse. Dies argumentiert er anhand seiner empirischen Arbeiten zu städtischen Fahrradkulturen wie der Fixed-Gear-, Rennrad- und Aktivist*innenszene, in der das Radfahren in den letzten Jahren eine starke Ästhetisierung, Kommerzialisierung und Lebenstilisierung erfahren hat, die mit einer symbolischen und emotionalen Aufwertung einhergehen. Das tiefgreifende Verständnis über Nutzer*innengruppen, deren alltägliche Praktiken und Bedeutungszuschreibungen ist notwendig, um eine zielorientierte Planung hin zu nachhaltigen Mobilitätskulturen zu verwicklichen, als auch Partizipationsverfahren, Öffentlichkeitskampagnen und Infrastrukturplanungen adeqäut auszurichten.

Blogartikel zu "Verkehr im Kapitalismus – Die Wachstumsspirale" von Prof. Schwedes

Donnerstag, 12. September 2019

Fachgebietsleiter Prof. Schwedes hat einen Beitrag zum Thema "Verkehr im Kapitalismus – Die Wachstumsspirale" geschrieben, der kürzlich im Blog Postwachstum vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) veröffentlicht wurde. Im Blogeintrag geht es um die Wechselwirkungen zwischen einem nicht enden wollenden Verkehrs- und Wirtschaftswachstum und die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für Umwelt und Klima.

Dieser Blogeintrag ist Teil einer Kooperation des Blog Postwachstum mit der Konferenz „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“, die vom 23. bis 27. September 2019 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfinden wird und auf der Prof. Schwedes ebenfalls einen Vortrag zu dem Thema halten wird.

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